Unfälle im bleibenden Gebiss

Zahnfrakturen, Lockerungen oder Lageverschiebungen von Zähnen (sog. Luxationen) und ein kompletter Zahnverlust (sog. Avulsion) sind die häufigsten Verletzungen bei bleibenden Zähnen.

 

Notwendige Maßnahmen bei komplett ausgeschlagenen Zähnen:

 

  1. Wie in jedem Notfall bewahren Sie bitte Ruhe
  2. Die guten Nachricht: In vielen Fällen kann der Zahn wieder eingepflanzt und erhalten werden. Schnelles Handeln ist allerdings erforderlich, da die Erfolgsprognose signifikant davon abhängt, wie lange der Zahn sich außerhalb des Mundes befindet.
  3. Wenn der Zahn dreckig ist, waschen Sie ihn kurz (10 Sekunden) unter fließendem Wasser ab. Keinesfalls mit der Zahnbürste o. ä. putzen!
  4. Halten Sie den Zahn feucht! Vorzugsweise in einer Zahnrettungsbox oder in H-Milch. 
  5. Suchen Sie zahnärztliche Hilfe und weisen Sie bereits am Telefon auf die Notfallsituation hin, so dass das Praxisteam Ihre Ankunft vorbereiten kann. Eine unmittelbare Behandlung ist notwendig und es sollte - wenn möglich - keine Wartezeit entstehen.

 

Notwendige Maßnahmen bei Zahnfrakturen oder Lageverschiebungen von Zähnen:

 

  1. Wie in jedem Notfall bewahren Sie bitte Ruhe
  2. Wenn Sie Frakturstücke es Zahnes finden, heben Sie sie auf und halten Sie diese feucht! Vorzugsweise in einer Zahnrettungsbox oder in H-Milch. In vielen Fällen können diese Fragmente wieder an den Zahn angeklebt werden.
  3. Suchen Sie sofort zahnärztliche Hilfe.

 

Weitere Informationen:

 

Bei Zahnfrakturen können Zahnfragmente oftmals wieder angeklebt werden, sofern sie gefunden werden. In anderen Fällen können diese Zähne mit Kunststoff oder Keramik wieder aufgebaut werden. Es kann nach einem Zahntrauma zu Entzündungen des Zahnnerven kommen, so dass eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. Aus diesem Grunde sollte eine regelmäßige Nachsorge nach Zahnunfällen strikt eingehalten werden, auch wenn scheinbar keine Beschwerden bestehen.

 

In einigen Fällen kann es notwendig sein, dass die Zähne über einen sog. Splint ruhiggestellt und fixiert werden. In den ersten 14 Tagen ist dann zu einer weichen Kost zu raten, was nicht unbedingt heißt, dass es eine reine Flüssigkost sein muss.

 

Die Mundhygiene ist in dieser Phase extrem wichtig! Dringen Bakterien in den Spalt zwischen Zahn und Kieferknochen ein (die Gefahr besteht vor allem bei Zahnlockerungen und Lageveränderungen von Zähnen), kann es zu schweren Entzündungen oder Resorptionen kommen, die den langfristigen Erhalt des Zahnes gefährden. Die tägliche Mundhygiene umfasst:

 

  • Spülen Sie nach jedem Essen den Mund sorgfältig mit einer antibakeriellen Spüllösung aus, die Ihnen von Ihrem Zahnarzt verschrieben wurde.
  • Sorgfältiges Zähneputzen nach jedem Essen mit einer weichen Zahnbürste. Dabei ist strikt die Putzrichtung vom Zahnfleisch in Richtung der Schneidekante einzuhalten!
  • Stellen Sie sicher, dass am Ende des Putzens die Zähne und der Splint komplett sauber sind.

 

Der gesamte Vorgang sollte gut dokumentiert werden. In Fällen, die evtl. rechtliche Folgen haben (z. B. bei einem Verkehrsunfall mit Fremdverschulden), ist es sinnvoll den Vorgang auch frühzeitig von der Polizei dokumentieren zu lassen, da bei späteren Behandlungen Kosten entstehen könnten.